Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. 1. Johannes 4,16

Alles, was du brauchst, ist Liebe – All you need is love – singen die Beatles. Vorher und nachher sind unzählige Liebeslieder gedichtet und in ihnen die Liebe besungen worden. Der Monatsspruch für August führt zu einem besonderen Liebeslied. Es besingt nicht die Liebe zwischen zwei Menschen. Dieses Liebeslied führt zur Quelle der Liebe, zu Gott selbst.

Gott ist die Liebe! Seinem Wesen nach ist Gott Liebe. Umkehren darf man diesen Satz jedoch nicht, weil er sonst falsch wird. Nicht die Liebe ist Gott – denn das wäre eine Vergottung der Liebe – sondern umgekehrt wird ein Schuh daraus: Gott ist die Liebe! Nicht etwa menschliche Liebe ist göttlich, sondern Gottes Liebe! Gott ist die Liebe. Denn er hat seinen Sohn Jesus Christus in diese Welt gesandt. Mensch ist er geworden in einem Stall irgendwo in der römischen Provinz. Gottes Liebe wird am Kreuz sichtbar. Jesus Christus lässt dort sein Leben! Er gibt sich selbst auf, damit sich keiner mehr aufgeben muss. Er gibt sich in den Tod, damit der Tod lediglich Durchgang zum ewigen Leben für den ist, der an den gekreuzigten und auferstandenen Herrn glaubt. Dort auf Golgatha ist erkennbar, wie sehr er die Welt liebt, die doch nichts von ihm wissen will. Am Gekreuzigten wird sichtbar, wie viel Gott die Rettung der verlorenen und verdammten Menschen gekostet hat. Alles! Sein Antrieb ist die Liebe.

Seit der Heiligen Taufe ist der Christ in diese Liebe Gottes aufgenommen und hineingenommen. St. Johannes mahnt, in dieser Liebe zu bleiben. Wer in dieser Liebe Gottes bleibt, der bleibt ja in ihm und umgekehrt auch: Schon hier deutet sich an: Liebe zu Gott an den Schwestern und Brüdern vorbei, kann es nicht geben. Seine Liebe ist für dich, zielt aber auch auf die Geschwister in Christus. Wer an den Dreieinigen Gott glaubt und in der Liebe bleibt, bleibt im Raum seiner Gegenwart. Wo kann das anders sein als in seinem Wort, in der Taufe, in der Beichte, im Heiligen Abendmahl. Hier bin ich Mensch. Hier darf ich sein; in Gottes Nähe, in seiner Gegenwart. In Gottes Liebe ist der Ruhepol in einem rastlosen Alltag, hektischem Umtrieb durch Schuld und Sünde, stressigem Wandern durch diese Zeit mit allen Nöten und Problemen. Endlich im Raum der Liebe Gottes geborgen sein, Ruhe finden für die geschundene Seele. Schlicht: Heimat und Zuhause in Gottes Liebe.

Die Liebe hat eine große und herrliche Zukunft! Dem Gericht am Ende der Tage geht der Glaubende zuversichtlich entgegen. Ist das jetzt nicht etwas vollmundig? Gewiss! Wer in der Liebe bleibt, braucht keine Furcht zu haben. Denn diese Gewissheit schenkt sein Wort: „Ich bin getauft! Ich gehöre zu Christus! Er tritt für mich ein!“ Furcht ist nicht in der Liebe. Wer in der Liebe Gottes bleibt, sich im Raum der Liebe Gottes aufhält, braucht vor dem künftigen Gericht keine Angst zu haben, auch nicht vor dem Richterspruch, der für alle Ewigkeit gültig ist; wo es keine Revision geben wird. Für eine solche Furcht besteht angesichts der überwältigenden Liebestat Gottes, die im Kreuzestod unseres Herrn vollendet wurde für den, der glaubt, kein Anlass mehr. Einzige Voraussetzung: Du bist im Raum der Liebe Gottes.

Paul Gerhardt bringt es in seinem Lied, Ist Gott für mich so trete gleich alles wider mich, in Vers 6 auf den Punkt, wo er dichtet: Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Mut: die Höll und ihre Flammen löscht meines Heilands Blut. Kein Urteil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. (ELKG 250,6)

Furcht vor Strafe zeigt eigentlich, dass es an Liebe mangelt. Die Beziehung auf wackligen Füßen steht. Anders gesagt: Wer Furcht vor Strafe hat, ist nicht in der Liebe. Die Strafe ist dann für immer von Gottes vollkommener Liebe getrennt zu sein, in einem Bereich oder in einem Raum, wo es keine Liebe mehr geben wird. Ein Ort ohne Liebe? Das kann nur die Hölle sein. Wer aus dem Raum der Liebe Gottes auf ewig verbannt ist, darf nicht teilhaben an seinem Wesen, das ja nichts weiter ist als reine und vollkommene Liebe. Wer als Christ in der Liebe Gottes lebt, braucht keine Furcht haben vor dem, was kommen mag. Denn er geht dem entgegen, der schon jetzt sein Wegbegleiter ist: Christus. Die Liebe ist nicht egoistisch – als gälte sie nur mir und sonst niemandem. Die Liebe Gottes gilt auch den Schwestern und Brüdern. Es gilt diese Liebe zu den Geschwistern zu praktizieren und zu leben. Gott hat zuerst geliebt. Von ihm geht alle Liebe aus. Er hat zuerst geliebt als es noch nichts liebenswertes an uns gab, nur Schuld, Sünde, Auflehnung. Von seiner Liebe hat er sich jedoch nicht abbringen lassen, sondern ist in diese Welt gekommen, damit sich seine Liebe ausbreitet. All you need is love – alles, was du brauchst, ist Liebe. Gottes Liebe!

Herzliche Grüße
Ihr Pfarrer Markus Büttner

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