Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 1. Korinther 15,42 Pfarrer Markus Bttner komp b

Der Frühling kommt mit Macht. In dieser Jahreszeit wird Samen für die Ernte ausgesät, entweder auf dem kleinen Stückchen Erde in einer Gartenkolonie in oder um Berlin oder im häuslichen Garten oder vielleicht auch in die Balkonkästen. Entscheidend ist, dass der Same in die Erde gelegt wird, damit er keimt. Erst dann wächst der Keimling in der Erde, durchbricht das Erdreich und streckt sich dem Licht entgegen.

Das, was aus der Natur vertraut ist, überträgt Paulus in einer großen Abhandlung im vorletzten Kapitel des 1. Korintherbriefes auf die Auferstehung. So werden wir in ein Thema geführt, das schier unglaublich scheint, und doch bei jeder christlichen Beerdigung am Grab zum Trost der Trauernden und zur gewissen Zuversicht für die Hinterbliebenen gesprochen wird: Es geht um die Auferstehung Jesu Christi und die Auferstehung der Christen. Wir haben das eine wie das andere zu betrachten, um dieses Wort Heiliger Schrift für uns aufleuchten zu lassen.

Zunächst ist das Ostergeschehen zu betrachten. Denn Jesus Christus ist der Erste, der leiblich von den Toten auferstanden ist. Erst im Osterlicht seiner Auferstehung bekommt die Auferstehung der Christen überhaupt seinen Grund. Folglich beginnt der Apostel Paulus mit den Ausführungen über die Auferstehung mit den Augenzeugen, die den auferstandenen Jesus Christus nach der Auferweckung gesehen haben; Petrus, der engste Jüngerkreis des Herrn, 500 Brüder auf einmal, zuletzt von Paulus selbst. Gegenstand der Verkündigung ist die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, die geglaubt und angenommen worden ist. Die wirkliche Auferstehung unseres Herrn ist Fundament des christlichen Glaubens. An dieser Tatsache hängt alles.

Die Auferstehung Jesu Christi hat auch Folgen für unser Leben und Dasein: Trauer über den Tod eines lieben Menschen oder die Angst vor Krisen und Katastrophen braucht uns nicht in maßlose Traurigkeit und Verzweiflung zu führen. Selbstverständlich darf ein Christ auch um seine Verstorbenen trauern und darf sich über die Ungerechtigkeit in der Welt empören. Jedoch ist er in Leid, Trauer und Schmerz an den gewiesen, der das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat: Jesus Christus. Mitten in der Perspektivlosigkeit werden Wege gezeigt, wie wir mit den Kräften der Vernichtung und der Chaosmächte, die uns nach wie vor umgeben, umgehen können. Denn ihre uneingeschränkte Herrschaft ist durch die Auferstehung Christi, die wir zu Ostern feiern, zerbrochen. Nicht die Kräfte der Vernichtung und des Todes setzen ein Ausrufezeichen, sondern Jesus Christus, der uns als der Auferstandene begegnet; einer, der von Gott mit neuem Leben erfüllt ist, dessen Leben kein Ende hat. Das Fest der Auferstehung, das die weltweite Christenheit zu Ostern feiert, ist darum das wichtigste, weil es das Herzstück des christlichen Glaubens ist. Ostern ist das Fest des Lebens! So bleibt trotz allem Schmerz über den Verlust von lieben Menschen und der Fassungslosigkeit über die Schrecken, die uns in der Welt begegnen, die unverrückbare Gewissheit, dass durch die Auferstehung Jesu Christi das Leben gesiegt hat.

Freilich sprengt das Osterereignis unsere menschliche Erfahrung, weil Leid, Schmerz, Tränen und Tod noch in der Welt sind - mit den Augen zu sehen und mit Händen zu greifen. Auch die Augenzeugen der Auferstehung Jesu werden mit dieser neuen Wirklichkeit konfrontiert. Es widersprach auch ihrer Erfahrung: Tod ist tot! Denn der Tod gehört doch zum Leben dazu, so ist durch die Zeiten allenthalben zu hören. Diese Gesetzmäßigkeit soll nicht mehr gelten? Unvorstellbar und unglaublich! So zweifeln auch manche unter den Korinthern. Nicht nur heute, sondern durch alle Zeiten hindurch scheint die leibliche Auferstehung Jesu Christi von den Toten ungeheuerlich und lässt sich mit der Erfahrung nicht vereinbaren. Paulus antwortet denen, welche die Auferstehung der Toten ablehnen. Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, dann ist auch Jesus Christus nicht auferstanden. Wenn er nicht auferstanden ist, dann ist die Predigt, der Glaube, die Kirche sinnlos. Die Verderbensmächte Sünde, Tod und Teufel sind nicht gebannt. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. (1. Korinther 15,19-20)

Weil die leibliche Auferstehung Jesu Christi gewisse Realität ist, gilt dies auch für die in Jesus Christus Entschlafenen. Dem Auferstehungsleib geht voraus, dass der alte menschliche Leib vergeht; gesät wird verweslich. Paulus hat hier den gegenwärtig irdischen Leib im Blick. Dieser vergängliche irdische Leib ist Voraussetzung für den Auferstehungsleib. Diesen wird Gott kraft seines Wortes ins Leben rufen und neu schaffen. Angelegt ist diese neue Schöpfung in der Heiligen Taufe, wo der neue Mensch herauskommt und aufersteht, um in Gerechtigkeit und Reinheit vor Gott ewiglich zu leben.

So wünsche ich uns ein zuversichtliches und fröhliches Osterfest! Der Herr ist auferstanden! – Er ist wahrhaftig auferstanden!
Herzliche Grüße
Ihr Pfarrer Markus Büttner

SELK


 

 

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