Kirchenbezirkssynode Berlin-Brandenburg tagte unter Corona-Bedingungen 20200926 134939

Am Samstag, dem 26. September 2020, tagte in den Räumen der Evangelisch-Lutherischen Augustanagemeinde in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) die Kirchenbezirkssynode des Kirchenbezirks Berlin-Brandenburg (SELK). Eingeladen wurde zu einer außerordentlichen Synode, da die reguläre Synode Corona bedingt im März abgesagt werden musste. So sah die Tagesordnung für diese Synode lediglich die wirklich wichtigsten Aspekte zur Beratung und Beschlussfassung vor. Nach der Eröffnung, Andacht und Verpflichtung der Synodalen durch Superintendent Peter Brückkmann (Berlin-Wedding) wurde das Präsidium gewählt. Als Präses der Synode fungierte Pfarrdiakon Dr. Frank Keidel (Berlin-Wedding), als Besitzerin, Gudrun Cordes (Berlin-Neukölln).

Sämtliche Berichte für die Synode lagen schriftlich vor, so auch der Bericht des Superintendenten. Superintendent Brückmann ergänzte seinen Bericht mündlich. Aufgrund seines bevorstehenden Ruhestandes wird er im kommenden Jahr sein Amt als Superintendent im Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg zur Verfügung stellen. Er dankte schon jetzt für alle Unterstützung und jedes ihm in seinem Dienst tragende Gebet. Nach dem Bericht des Superintendenten erfolgte die Wahl in den Beirat dieses Kirchenbezirks. Einzige Kandidaten war Dorothea Lentz (Pfarrbezirk Berlin-Marzahn/Angermünde), die ohne Gegenstimme in ihr neues Amt gewählt wurde. Als neuer Bezirksjugendvertreter wurde Peter Pfitzinger (Potsdam) bestätigt, wie auch Matthias Knacke (Berlin-Mitte) als Vorsitzender des kirchenmusikalischen Arbeitskreises im Kirchenbezirk. Der Synode wurde Martinus Araújo Schmidt (Berlin-Zehlendorf) als Finanzbeirat vorgestellt.

Pfarrer Hinrich Brandt (Greifswald) führte in einen Antrag des Pfarrkonvents ein, der zum Ziel hat die Kirchenbezirksordnung dahin gehend zu ändern, das „passive Wahlrecht bzw. die Wählbarkeit für alle stimmberechtigten ordinierten Amtsbrüder im aktiven Dienst, ob sie ihr Amt in einem Pfarramt/Pfarrbezirk ausüben oder ob in einem anderen hauptamtlichen Dienst der Kirche, unzweifelhaft zu ermöglichen.“ So heißt es weiter in der Begründung des Antrags: „Es gibt Amtsbrüder, die ihren hauptamtlichen Dienst jenseits des Gemeindedienstes wahrnehmen. Diese vom Amt des Superintendenten auszuschließen, widerspricht dem Gleichheitsgrundsatz im Amtsbruderkreis. Zudem nimmt sich der Kirchenbezirk die Möglichkeit geeignete und fähige Kandidaten in das Amt eines Superintendenten zu wählen, die ihren hauptamtlichen Dienst nicht in einem Pfarrbezirk versehen. Um auch für Amtsbrüder im aktiven Dienst ohne Pfarrstelle, die sich in das Amt des Superintendent wählen lassen würden, eindeutige(re) Rechtssicherheit herzustellen, wird die Änderung in § 3, Absatz 7 der Kirchenbezirksordnung vorgeschlagen.“ Nach Aussprache und Abstimmung änderte die Kirchenbezirkssynode die Ordnung des Kirchenbezirks mit Zweidrittelmehrheit, sodass es an entsprechender Stelle nun heißt: „Der Superintendent wird vom Propst visitiert. Falls der Superintendent gleichzeitig Pfarrer eines Pfarrbezirks ist, wird dieser ebenfalls vom Propst visitiert.“

Missionsdirektor Pfarrer Roger Zieger (Berlin-Spandau/Bleckmar) teilte der Synode Überlegungen mit eine Missionsstelle in Berlin einzurichten, die sich vornehmlich an Jugendliche und junge Erwachsene mit missionarischer Ausrichtung richten solle. Mit dem Jugendmitarbeitergremium des Kirchenbezirks, dem Jugendkoordinator Herrn Norbert Schulz (Berlin-Neukölln) und dem Kirchenbezirksbeirat würden gegenwärtig Gespräche geführt. Noch völlig offen sei jedoch, welcher Berufsgruppe ein möglicher Stelleninhaber angehören würde. So sei es durchaus denkbar, dass diese Stelle auch von einem Sozialpädagogen, Diakon oder vergleichbarer Berufsgruppe besetzt werden könne.

Anschließend stellte Pfarrer Markus Büttner (Berlin-Zehlendorf) die Projektidee 50/50 der Synode vor, für die sich der Bezirksbeirat ausgesprochen hat und diese unterstützt. Hierbei geht es um die Einrichtung einer Pfarrstelle, die zu je 50 % der St. Mariengemeinde Berlin-Zehlendorf (SELK) und dem Kirchenbezirks Berlin-Brandenburg zugutekommen soll. Die Mariengemeinde ist mit 662 Gemeindegliedern die sechstgrößte Kirchengemeinde in der Gesamtkirche. Hinzu kommt als diakonische Einrichtung ein Kindergarten in der Trägerschaft der Kirchengemeinde, in dem der Gemeindepfarrer vielfältig aktiv zu sein hat. Dem Kirchenbezirk kommt diese Stelle bei der Bewältigung von entstehenden Vakanzen, Urlaubs- und Krankheitsvertretungen, Mitarbeit in der bezirklichen Kinder- und Jugendarbeit sowie weiterer Aufgabenfelder zugute. Verbunden werden mit dieser noch einzurichtenden und zu genehmigenden Pfarrstelle Gemeindearbeit in der Ortskirchengemeinde und Aufgabenfelder im Kirchenbezirk. Der Antrag auf Einrichtung dieser Pfarrstelle liegt zur Bewilligung dem Kollegium der Superintendenten und der Kirchenleitung vor. Die Stelle ist zunächst auf 7 Jahre befristet.

Nach dem Mittagessen stellte der Bezirksrendant, Friedrich Kaufmann (Berlin-Wilmersdorf), der Synode den Jahresabschluss 2019 vor. Entlastung wurde erteilt. Der Haushaltsplan 2020 wurde gebilligt. Anschließend war Gelegenheit die schriftlich vorliegenden Berichte zu ergänzen und Fragen an die Berichterstatter zustellen. Die nächste ordentliche Synode soll am 12./13. März 2021 in der Kirchengemeinde „Zum Heiligen Kreuz“ in Berlin-Wilmersdorf stattfinden. Superintendent Peter Brückmann beendete die Synode mit Gebet und Segen. (MB)

SELK


 

 

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