"Fröhlich lutherisch sein" - Pfarrer Dr Martens b komp
Pfarrer Dr. Martens als Referent auf LCMS-Convention

Vom 20. bis zum 25. Juli 2019 fand in Tampa/Florida (USA) die 67. Regular Convention der Lutheran Church-Missouri Synod (LCMS), einer Schwesterkirche der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), statt. Die fast 1.000 Delegierten hatten in dieser Zeit ein äußerst umfangreiches Programm zu bewältigen. Nachdem Präses Dr. Matthew Harrison bereits im Vorfeld der Tagung in einer mit elektronischen Mitteln durchgeführten Wahl durch Vertreter aller Gemeinden der LCMS für drei weitere Jahre in seinem Amt bestätigt worden war, wurde in Tampa der bisherige Präses des Kansas-Distrikts der LCMS, Peter Lange, zum ersten Vize-Präses der Kirche gewählt. Zahlreiche weitere Wahlen wurden durchgeführt.

Auf der Tagung wurde Kirchengemeinschaft mit mehreren europäischen lutherischen Kirchen, mit denen auch die SELK verbunden ist, festgestellt, dazu auch mit der Confessional Lutheran Church of South Africa (CLCSA), deren Bischof Mandla Khumalo ebenso auf der Synode anwesend war wie Bischof Modise Maragelo von der Lutheran Church in Southern Africa (LCSA), einer Schwesterkirche der SELK.

Intensiv befassten sich die Delegierten auch mit der Ausbildung von Pfarrern in der LCMS angesichts eines erkennbar bevorstehenden Pfarrermangels in der Kirche. Mit besonderem Interesse verfolgten sie die bewegenden Berichte aus den weltweiten Missionsfeldern der LCMS. Zahlreiche Kirchenvertreter aus Tochterkirchen der LCMS und aus afrikanischen Partnerkirchen, die eine engere Verbindung zur LCMS suchen, waren in Tampa anwesend.

Die Delegierten befassten sich auch mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen. So wandten sie sich dezidiert gegen "die Sünde des Rassismus in all ihren Erscheinungsformen", die "ihre Wurzeln in den Sünden des Hochmuts und der Arroganz" habe und die biblische Wahrheit leugne, "dass die ganze Menschheit ihren gemeinsamen Ursprung in Adam" habe.

Auch die Flüchtlingsfrage wurde in einer Resolution thematisiert: "Die Mitglieder der Synode legen mutig in Übereinstimmung mit Schrift und Bekenntnis Zeugnis ab gegen eine unmenschliche Behandlung und gegen unmenschliche Einstellungen gegenüber Einwanderern, Kriegsflüchtlingen und Minderheiten." Die Glieder der LCMS werden in den Dokument dazu ermutigt, ihre Berufung wahrzunehmen, "Einwanderer und Fremde als ihre Nächsten wahrzunehmen."

Die Tagung stand unter dem Motto "Joyfully Lutheran" (Fröhlich lutherisch sein). Dieses Thema wurde anhand eines biblischen Leitworts aus dem 1. Thessalonicherbrief (Kapitel 5, Verse 16 bis 18) nach einem Einführungsvortrag in drei Hauptvorträgen entfaltet. Der dritte Hauptvortrag zum Thema "Seid dankbar in allen Dingen" wurde dabei von Pfarrer Dr. Gottfried Martens (Foto|Archiv), Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeits-Gemeinde der SELK in Berlin-Steglitz, gehalten. Dabei entfaltete er auf dem Hintergrund seiner Arbeit mit geflüchteten Menschen aus dem Iran, Afghanistan und Pakistan, was es bedeute, mit ganz leeren Händen Gott zu danken. Der einzige Ort, an dem diese Menschen in ihrer Angst vor ihrer Abschiebung in den Tod durch den deutschen Staat uneingeschränkt Gott danken könnten, sei der Gottesdienst, in dem ihnen die Gaben ausgeteilt würden, die ihnen niemand nehmen könne. Martens stellte heraus, was für ein Segen die geflüchteten Menschen für so viele Gemeinden der SELK seien: "Sie stellen uns diese eine Frage: Wie wichtig ist dir Christus, wie wichtig ist dir dein Glaube an Christus? Ist Christus dir so wichtig, dass du dazu bereit wärst, alles für ihn aufzugeben: dein Heimatland, deinen Besitz, deine Gesundheit, dein Leben? Dann hast du in der Tat Grund genug, dankbar zu sein in allen Dingen."

Martens zeigte sich beeindruckt von der Effektivität der Arbeit der Synode, die nicht zuletzt durch den Einsatz elektronischer Abstimmungsmittel erreicht wurde, von der Disziplin in den Diskussionen und von der geistlichen Einmütigkeit unter den Delegierten, die auch bei unterschiedlichen Auffassungen in einzelnen Fragen immer wieder deutlich wurde. "Für die enge geistliche Verbundenheit unserer Kirche mit unserer amerikanischen Schwesterkirche bin ich sehr dankbar", erklärte Martens. (SN/MB)

Gefährdetes Grundrecht auf Religionsfreiheit - Konferenz in den USA mit Beteiligung von Pfarrer Dr. Martens Pfarrer Dr. Martens a

Am 16. und 17. Juli 2019 fand im State Department in Washington, dem Außenministerium der USA, ein "Ministerial to Advance Religious Freedom" statt. Mehr als 1.000 Teilnehmende aus über 130 Ländern, darunter hochrangige Politiker, Vertreter der verschiedensten Religionen, und Mitarbeiter zahlreicher Nichtregierungsorganisationen, die sich auf unterschiedlichste Weise für die Religionsfreiheit in ihren jeweiligen Ländern und darüber hinaus einsetzen, machten dieses Treffen nach Angaben des State Departments zur größten internationalen Versammlung zur Unterstützung der Religionsfreiheit, die es jemals gegeben habe.

Zu den Hauptrednern zählten unter anderem Nancy Pelosi, die Sprecherin des Repräsentantenhauses der USA, Tony Blair, der ehemalige britische Premierminister, und der bedeutende islamische Theologe Dr. Shaykh Abdullah Bin Bayyah. Auch Beauftragte für Religionsfreiheit der Regierungen verschiedener Länder kamen zu Wort, darunter auch Markus Grübel, der Beauftragte der deutschen Bundesregierung. Besonders eindrücklich waren die Zeugnisse der Überlebenden religiöser Verfolgung, denen im Programm der Tagung besonders breiter Raum eingeräumt wurde. So berichteten neben vielen anderen die Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad und der Sohn des wegen seines Einsatzes für die pakistanische Christin Asia Bibi ermordeten Gouverneurs Salman Taseer in sehr persönlicher Weise von ihrem Einsatz für Religionsfreiheit. Bewegend waren die Zeugnisse von Überlebenden der Anschläge auf eine Synagoge in Pittsburgh/USA, auf eine Moschee in Christchurch/Neuseeland und auf christliche Gottesdienste in Sri Lanka, die alle drei unabhängig voneinander davon erzählten, wie sie den Attentätern vergeben und auf den erfahrenen Hass mit Liebe reagiert haben.

Ziel des Ministerials, zu dem neben den Vorträgen und Podiumsdiskussionen auch zahlreiche Arbeitsgruppen gehörten, war es nach Angabe der Veranstalter, eine weltweite Bewegung zur Unterstützung der Religionsfreiheit, wie sie in Artikel 18 der UN-Menschenrechtscharta beschrieben ist, in Gang zu setzen und die Teilnehmenden bei ihrem vielfältigen Einsatz für die Religionsfreiheit in ihren Ländern zu ermutigen und miteinander zu vernetzen. Eine solche Bewegung sei angesichts der immer weiter fortschreitenden Einschränkung der Religionsfreiheit in der Mehrzahl der Länder dieser Erde dringend nötig.

Zu den wenigen deutschen Teilnehmern, die zu diesem Symposion eingeladen worden waren, gehörte auch Pfarrer Dr. Gottfried Martens D.D. (Foto|Archiv) von der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeits-Gemeinde Berlin-Steglitz der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), dessen Einsatz für geflüchtete christliche Konvertiten aus dem Iran, Afghanistan und Pakistan mittlerweile auch weit über die Grenzen Deutschlands hinweg Beachtung gefunden hat. Martens hatte die Möglichkeit, im Rahmen der Konferenz in Reden und Gesprächen auf die Situation Tausender von der Abschiebung bedrohter konvertierter Christen in vielen Ländern Europas, besonders auch in Deutschland, aufmerksam zu machen. Um dieses Thema ging es auch in Gesprächen, die er in Washington unter anderem mit dem Sonderbeauftragten der EU für Religionsfreiheit, Dr. Jan Figel, mit dem Beauftragten der deutschen Bundesregierung, Markus Grübel, und mit Vertretern der US-Regierung führen konnte.

Martens erklärte: "Wenn wir über weltweite Religionsfreiheit reden, darf nicht der Eindruck entstehen, als ob es in Europa selbst keine Probleme mit der Religionsfreiheit gebe. Es ist bezeichnend, dass Jan Figels offizieller Titel Sonderbeauftragter der EU für Religionsfreiheit ,außerhalb der Union' lautet. Doch wenn säkulare europäische Staaten nach oftmals mehr als fragwürdigen Kriterien die Glaubensfestigkeit von christlichen Konvertiten überprüfen und dabei immer wieder in offenem Widerspruch zu den Beurteilungen der Kirchen zu dem Urteil kommen, dass diesen eine Rückkehr zum Islam zuzumuten sei, dann stellt diese Praxis ebenfalls eine massive Verletzung der Religionsfreiheit auch hier in Deutschland und in anderen europäischen Ländern, besonders auch in Skandinavien, dar. Tausende von engagierten Christen müssen mitten in Europa um ihr Leben fürchten, dürfen nicht arbeiten und sind anderen Restriktionen ausgesetzt, weil der Staat, in dem sie leben, ihren Glauben nicht ernstnimmt und sie im Gegenteil, wie hier in Deutschland, immer wieder zu ,Feinden der Bundesrepublik Deutschland' erklärt. Ich habe auch in der internationalen Öffentlichkeit darum geworben, dass diese skandalöse Praxis angesprochen und beseitigt wird."

Bei seinem Vortrag fand Martens besondere Unterstützung von Dabrina Bet-Tamraz, der Tochter assyrischer Christen im Iran, die vom iranischen Regime wegen ihrer missionarischen Tätigkeiten als "Bedrohung der nationalen Sicherheit" zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden sind. Auch Bet-Tamraz wurde wegen ihres Glaubens verhaftet und als einzige Frau in einem Männergefängnis im Iran gefangen gehalten und sprach bei dem Ministerial ebenfalls als Überlebende religiöser Verfolgung. Heute lebt sie als Asylbewerberin in Europa und hat Kontakt mit vielen anderen christlichen Konvertiten. Deren Abschiebung in ihr muslimisches Heimatland durch die Regierungen europäischer Länder bezeichnete Bet-Tamraz bei dem Ministerial als "herzzerreißend".

"Die Begegnung mit so vielen engagierten Vorkämpfern für die Religionsfreiheit aus ganz verschiedenen Ländern und Religionen war für mich eine beeindruckende und sehr ermutigende Erfahrung", fasst Martens seine Erfahrungen zusammen. "Ich hoffe, dass von diesem Ministerial viele wichtige Impulse für den weltweiten Einsatz für Religionsfreiheit ausgegangen sind - und dass auch das Thema der Glaubensüberprüfung konvertierter Christen durch staatliche Einrichtungen hier in Europa noch einmal neu bedacht und diskutiert wird. Ich wünsche mir ein Europa, in dem kein Christ und auch kein Angehöriger einer anderen Religion wegen seines Glaubens um sein Leben fürchten muss, wie ich dies zurzeit noch tagtäglich in meiner Arbeit erlebe." (SN/MB)

Ostinato begeistert in Jabel KircheJabelinnen

Seit 23 Jahren besteht das in der Kirchenregion Ost der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) beheimatete Vokalensemble "Ostinato". Der Chor trifft sich monatlich zum Üben sowie einmal im Jahr zu einer Probenwoche im Sommer - so auch zurzeit in Jabel (Foto | Altar in Jabel), wo Ostinato am 7. Juli 2019 in der Evangelisch-lutherischen Kirche der SELK ein Auftaktkonzert gab. Das Ensemble sang zum letzten Mal das auf Jesus Christus bezogene Programm "Seht, welch ein Mensch"; mit der Probenwoche beginnt die Arbeit am neuen Programm. Im Konzert gingen die 24 Sängerinnen und Sänger um ihren Chorleiter - Kantor Georg Mogwitz (Leipzig) - der Frage nach, wer Jesus Christus ist, indem sie Lieder vom Leben, Sterben und Auferstehen Jesu Christi als dem Sohn Gottes zu Gehör brachten.

Neben zeitgenössischen Titeln wie "The Word was God" von Rosephanye Powell erklang auch "Vom Himmel hoch, da komm ich her" von Johann Eccard aus dem 16. Jahrhundert. Beide thematisieren die Geburt Jesu. Seine Passion verdeutlichten Lieder wie "Ave verum corpus" von William Byrd oder "Altes Mailied in der Bittwoche" von Max Reger. Für den Themenkomplex Auferstehung wurde unter anderem "Erstanden ist der heilig Christ" und "Geh aus mein Herz" von Rudolf Mauersberger gesungen. Zwischen dem Gesang brachte das Ensemble auch instrumentale Stücke zu Gehör, etwa von Georg Philipp Telemann und Johann Sebastian Bach für Orgel und Flöte. Nach dem Konzert gab es einen so großen Applaus, dass der Chor als Zugabe "Der Mond ist aufgegangen" von Matthias Claudius sang. (SN/MB)

"Grad an Zynismus nur schwer erträglich" - Martens Gottfried a
Berlin: Pfarrer Dr. Gottfried Martens beklagt erneut BAMF-Abschiebebescheide

In dieser Woche habe wieder eine besonders engagierte christliche Familie aus seiner Gemeinde ihren Abschiebebescheid für den Iran erhalten, berichtet Pfarrer Dr. Gottfried Martens D.D., der als Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeits-Gemeinde Berlin-Steglitz der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) schwerpunktmäßig unter Geflüchteten arbeitet, auf der Facebook-Seite seiner Gemeinde.

In dem Abschiebebescheid werde unterstellt, so Martens, dass in der Dreieinigkeits-Gemeinde "iranische Asylbewerber bei derartigen Treffen, die z.B. in Form von Bibelkreisen und Büchertischen stattfinden, miteinander auch über ihre Situation und erfolgversprechende Möglichkeiten, einen gesicherten Aufenthaltsstatus zu erhalten, sprechen. Als eine solche Möglichkeit wird insbesondere die Konversion zum Christentum angesehen." Hier hapere es beim BAMF schon allein bei der elementaren Logik, kommentiert der Steglitzer Pfarrer: Wenn Asylbewerber angeblich erst bei Bibelkreisen darauf aufmerksam gemacht würden, dass sie die Konversion zum Christentum als erfolgversprechende Möglichkeit, einen gesicherten Aufenthaltsstatus zu erhalten, vorbringen könnten, hätten sie ja offenbar vorher ohne solche Gedanken bereits an diesem Bibelkreis teilgenommen, seien also aus ehrlichem Interesse zu diesen Bibelkreisen gekommen. Aber mit so viel Logik dürfe man das BAMF wohl nicht überfordern. Er habe das BAMF bereits wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass es in seiner Gemeinde keinen Büchertisch gebe. Er habe ihm wiederholt eidesstattliche Versicherungen angeboten, dass in dem persischen Bibelkreis und in dem afghanischen Jugendbibelkreis seiner Gemeinde überhaupt nicht über "erfolgversprechende Möglichkeiten, einen gesicherten Aufenthaltsstatus zu erhalten", gesprochen werde. Doch daran sei das BAMF überhaupt nicht interessiert. "Dazu macht es ihm offenkundig zu viel Spaß, unsere Arbeit mit bösartigen Unterstellungen zu verleumden, die mit der Realität nichts zu tun haben", schlussfolgert Martens: "Und so werden Glieder unserer Gemeinde seit Jahren mit immer demselben Textbaustein in den Iran zurückgeschickt."

Der aktuelle Abschiebebescheid enthalte einen weiteren immer wieder verwendeten Satz: "Es ist auch den iranischen Behörden bekannt, dass iranische Staatsangehörige in Asylverfahren immer wieder zum christlichen Glauben konvertieren, um so bessere Chancen im Asylverfahren zu erhalten." Dass die betreffende Familie nicht "im Asylverfahren" zum christlichen Glauben konvertiert sei, sondern bereits im Iran, lasse man einfach beiseite.

"Mit der Unterstellung, dass iranische Staatsangehörige nur aus dem Grund zum christlichen Glauben konvertieren, um bessere Chancen im Asylverfahren zu erhalten, werden Asylanträge christlicher Konvertiten vom BAMF hier in Berlin mittlerweile praktisch zu 100 % abgelehnt", schreibt Martens. Wenn ein iranischer Christ in der Anhörung sage, dass er Christ sei, könne er eigentlich nach zwei oder drei Minuten wieder das Zimmer verlassen. "Ich warne vor Beginn eines jeden Taufunterrichts alle Taufbewerber davor, dass sie sich mit ihrer Konversion jegliche Chancen verspielen, vom BAMF ein positive Antwort in ihrem Asylverfahren zu erhalten", so der Pfarrer: "Ich sage ihnen sehr deutlich: ,Wenn ihr eine positive Antwort im Asylverfahren haben wollt, dann erklärt, dass ihr Salafisten seid. Dann habt ihr hundertmal bessere Chancen, anerkannt zu werden, als wenn ihr sagt, dass ihr Christen seid.'" Jeder Neugetaufte in seiner Gemeinde wisse, dass er als Christ keine Chance beim BAMF habe. Dennoch werde diese Behauptung vom BAMF immer noch weiter in den Abschiebebescheiden kolportiert, dass iranische Staatsangehörige konvertieren, um so bessere Chancen im Asylverfahren zu erhalten.

Und während das BAMF behaupte, die Konvertiten hätten keine Verfolgungsmaßnahmen zu befürchten, weil es den iranischen Behörden bekannt sei, dass iranische Staatsangehörige ja nur aus asyltaktischen Gründen konvertieren würden, sähen dies die Behörden am Flughafen in Teheran offenkundig anders und verhafteten diese Leute, denen das BAMF bescheinigt hat, sie hätten keine Verfolgungsmaßnahmen zu befürchten.

"Der Grad an Zynismus in diesen Abschiebebescheiden ist nur schwer erträglich", beklagt Martens: "Und dann kommt, wie in einem groß Teil der Abschiebebescheide, das krönende Argument zum Abschluss: Iranische Staatsangehörige befinden sich in Deutschland ,im Feindesland', ,und dort ist es durchaus erlaubt, durch Täuschungshandlungen den Feind zu überlisten.'" Pauschal werde allen iranischen Staatsangehörigen unterstellt, sie sähen Deutschland als Feind an. "Das ist Rassismus vom Feinsten", resümiert Martens. Nach Auffassung des BAMF bestehe die Dreieinigkeits-Gemeinde zum größten Teil aus Feinden der Bundesrepublik Deutschland.

"Jede Woche empfangen viele hundert Feinde der Bundesrepublik Deutschland in unserer Gemeinde den Leib und das Blut des Herrn und überlisten mit solchen Täuschungshandlungen den Feind, zu dem das BAMF wohl auch mich zählen dürfte, der ich diese Menschen getauft habe", schreibt Martens. "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit": So lasse sich mit einem Fachausdruck die Begründungsstruktur für die Abschiebung der in Rede stehenden Familie und unzähliger anderer christlicher Konvertiten zusammenfassen. "Ich habe gegenüber dem BAMF immer und immer wieder gegen diese Argumentationen protestiert - doch das BAMF hält eisern daran fest, dass unsere Gemeindeglieder Feinde der Bundesrepublik Deutschland sind. Und so werden konvertierte Christen aus dem Iran auch in Zukunft wohl keine Chance haben, hier in Deutschland ihren christlichen Glauben praktizieren zu können. Feinde müssen schließlich bekämpft werden - und das macht das BAMF mit aller Konsequenz." (SN/MB)

Kirchenmusikfest des Kirchenbezirks Berlin-Brandenburg Rainer Kempe a

Chorprobe um Chorprobe waren dem Kirchenmusikfest des Kirchenbezirks Berlin-Brandenburg der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) am 16. Juni in Potsdam vorausgegangen, doch diese Mühe hat sich gelohnt. Bereits der Gottesdienst am Vormittag in der evangelischen Inselkirche auf Hermannswerder war durch viele Sing- und Posaunenchorstücke festlich untermalt.

Die Bewirtung zum Mittag und die idyllische Landschaft ringsum halfen den Gästen bei der Überbrückung der Zeit bis zur musikalischen Feierstunde am Nachmittag, die aus der eigens zu diesem kirchenjahreszeitlichen Fest der Dreieinigkeit Gottes (Trinitatis) komponierten Kantate von Kirchenregionskantor Georg Mogwitz (Leipzig) und passenden Chorstücken zu Vater, Sohn und Heiligem Geist bestand. Der Vorsitzende des Kirchenmusikalischen Arbeitsausschusses im Kirchenbezirk, Pfarrer Rainer Kempe (Berlin-Neukölln|Foto), gab dazu Impulse, die unter anderem dazu mahnten, mit der göttlichen Schöpfung verantwortungsbewusster umzugehen.

Nach der Feierstunde blieben noch viele der größtenteils Berliner und Potsdamer Gäste auf der Insel Hermannswerder zusammen und erfreuten sich vieler neuer Bekanntschaften. Dabei stand das obligatorische Angebot von "Kaffee und Kuchen" in einem überraschenden sozialen Horizont, denn, so heißt es in einer Pressemeldung, ein Großteil der selbstgebackenen Kuchen sei versehentlich an die Menschen aus dem Altersheim vor Ort verteilt worden. (MB/SN)

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